Die Bestimmung des Pap-Wertes bei der Krebsvorsorge

Während der gynäkologischen Krebsfrüherkennung werden durch den Gynäkologen von dem Gebärmutterhals und äußeren Muttermund Abstriche von den Schleimhautzellen genommen. Die beiden Abstriche untersucht der Zytologe labortechnisch auf eventuelle Zellveränderungen, welche ein Beweis für Gebärmutterhalskrebs oder nur Krebsvorstufen sein können. Man nennt diese Zelluntersuchung Pap-Test. Bei der Krebsvorsorge hat man dadurch das Ziel, Gebärmutterhalskrebs möglichst früh zu erkennen und dementsprechende therapeutische Maßnahmen vorzunehmen. Der Pap-Test erhielt den Namen vom griechischen Arzt Papanicolaou.

Arten von Pap-Tests

Heutzutage unterteilt man die Ergebnisse vom Pap-Test in fünf unterschiedliche Gruppen zwischen Pap I und Pap V, welche jeweils den Grad der Auffälligkeiten beziehungsweise den Befund dokumentieren. An dem entsprechenden Stadium richten sich die folgenden diagnostischen und behandelnden Maßnahmen. Hier erkennt man, wie diese einzelnen Zellbilder bewertet, welchen der Pap-Werte sie zugeordnet werden und zu welchen Maßnahmen man rät.

Pap I

Bei Pap I indiziert man ein gewöhnliches Zellbild. Das heißt, der Befund fällt normal aus. Es gibt keinerlei Auffälligkeiten. Daher wird die kommende Krebsvorsorgeuntersuchung erst wieder nach einem Jahr vorgenommen.

Pap II

Zwar zeigt Pap II Zellveränderungen, welche allerdings unverdächtig und aufgrund von Bakterien bedingt sind. Oft sind diese durch eine Geweberegeneration, eine Gewebealterung oder eine Entzündung entstanden. Hier kann der jeweilige Frauenarzt entscheiden, eine erneute Untersuchung vom Pap-Wert nach ungefähr einem halben Jahr anzuordnen und eventuell die Entzündung zu therapieren.

Pap III

Stark entzündlich veränderte Zellen werden durch den Pap III angezeigt. Hierbei setzt der Pap-Test nicht in Kenntnis, ob es um bösartige Veränderungen geht oder nicht. Bei dem erstmaligen Vorkommen von Pap III beobachtet man erst mal die Werte weiter. Daher wird vom Arzt nach ein paar Monaten ein weiterer Test durchgeführt. Wenn der Befund ebenso weiterhin unklar ist, entnimmt der Gynäkologe eine Gewebeprobe und untersucht sie mikroskopisch. Diese Biopsie liefert weitere Erkenntnisse. Eine Hormon- oder Antibiotikatherapie kann als therapeutische Maßnahme sinnvoll sein. Außerdem gibt es noch eine Pap-Gruppe, die Pap III D genannt. Diese zeigt leichte bis mittelschwere Zellveränderungen an, welche regelmäßig mit einer HPV-Infektion korrelieren. Hierbei geht es um humane Papillomaviren. Diese werden durch den Geschlechtsverkehr übertragen. Selbst hier entnimmt der entsprechende Arzt eine Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung.

Pap IV a und Pap IV b

Zu den anderen Pap-Gruppen gehören Pap IV a und Pap IV b, welche auf schwere Zellveränderungen hindeuten und kennzeichnend für eine Krebsvorstufe oder tatsächlich bereits für Gebärmutterhalskrebs sind. Dies ist ein Befund, welcher weiterer Maßnahmen bedarf. In regelmäßigen Abständen erfolgen eine Gewebeentnahme zur labortechnischen Untersuchung und eine Lupenuntersuchung, also eine Koloposkopie der Vagina. Es ist bei Pap IV b nicht auszuschließen, dass Krebszellen schon in die tiefer liegenden Gewebsschichten eingedrungen sind. Das muss man bei den weiteren Untersuchungen entsprechend abklären.

Pap V

Die Pap-Gruppe V gilt als Beweis für das Vorhandensein von einem bösartigen Gebärmutterhalskrebs, der schon dabei ist, in die tieferen Gewebeschichten einzuwachsen. Ratsame Maßnahmen sind zuerst eine Gewebeentnahme. Außerdem wird neben der Biopsie eine Lupenuntersuchung der Vagina vorgenommen. Die zwei Untersuchungsergebnisse sind die Basis für weitere Maßnahmen.

Kostenübernahme

Bei Beschwerden, auffälligen Befunden oder sonstigen Auffälligkeiten, welche möglicherweise auf eine Krebsvorstufe oder sogar auf einen Tumor hinweisen, tragen die gesetzlichen Krankenkassen ebenso die Aufwendungen für Folgeuntersuchungen und unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls für nötige Behandlungen.